Adnet
Schaltplatz
Soziale Mindestsicherung in NRW

2015 erhielten rund 2,1 Millionen Leistungen zur Grundsicherung

28. November 2016 | 10:30 | red
Bild: Köln Nachrichten

Die Zahl der Empfänger für soziale Grundsicherung ist 2015 weiter angestiegen. Bild: Archiv Köln Nachrichten

Ende vergangenen Jahres haben im bevölkerungsreichsten Bundesland rund 2,1 Millionen Menschen Leistungen aus der so genannten sozialen Grundsicherung erhalten. Das waren gleich neun Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Wie das Statistische Landesamt IT.NRW am heutigen Montag bekannt gab, erhöhte sich damit zugleich auch der Prozentsatz derjenigen, die auf staatliche Transferleistungen angewiesen sind, auf derzeit etwa zwölf Prozent. Ein Jahr zuvor waren es noch 1,96 Millionen oder 11,1 Prozent. Bei den Minderjährigen fiel der Anteil derer, die auf Mindestsicherungsleistungen angewiesen waren, mit 19,7 Prozent zum Jahresende 2015 überdurchschnittlich aus. Ein Jahr zuvor lag die Mindestsicherungsquote der Minderjährigen bei 18 Prozent.

Die Gesamtregeleistung nach dem Sozialgesetzbuch II (Grundsicherung für Arbeitsuchende) war mit rund 1,6 Millionen Hilfeempfängern (+1,9 Prozent gegenüber 2014) auch im vergangenen Jahr die mit Abstand am häufigsten in Anspruch genommene Mindestsicherungsleistung in Nordrhein-Westfalen. 268.000 Personen (+2,1 Prozent) erhielten Grundsicherung im Alter oder bei Erwerbsminderung. Mit Regeleistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz wurden 224.000 Menschen unterstützt. Diese Gruppe ist im Vergleich zum Vorjahr mit einem Plus in Höhe von 159,5 Prozent am stärksten gewachsen. Des Weiteren erhielten rund 39.000 Personen (+8,1 Prozent) Hilfe zum Lebensunterhalt außerhalb von Einrichtungen.

Regionale Betrachtung – Köln über dem Landesdurchschnitt

Die höchsten Mindestsicherungsquoten ermittelten die Statistiker in den Städten Gelsenkirchen (22,1 Prozent) und Essen (18,0 Prozent). In diesen Städten waren mehr als ein Drittel der Minderjährigen auf Mindestsicherungsleistungen angewiesen (Gelsenkirchen: 39,1 Prozent, Essen: 33,2 Prozent). Die niedrigste Mindestsicherungsquote aller 396 Städte und Gemeinden NRWs wies die Gemeinde Schöppingen im Kreis Borken auf. Hier waren 2,6 Prozent der Einwohner und 3,2 Prozent der Minderjährigen auf Mindestsicherungsleistungen angewiesen.

In der größten Gemeinde von NRW gab es 2015 154.554 Empfänger von Leistungen der sozialen Grundsicherung. Das ist der vierte Anstieg in Folge, im vorliegenden Fall ein Plus von 4,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr (2014: 148.388). Die Quote liegt in der Domstadt bei über 23 Prozent und damit über dem landesweiten Durchschnitt. Empfänger von Regelleistungen nach dem SGB II machten mit 116.310 auch hier den Großteil aus. Gegen den Landestrend sank die Zahl der Empfänger, die Leistungen zur Grundsicherung erhalten. Hier ging es von 24.726 auf 21.736 zurück.

Im April 2016 wurde das bisherige Zähl- und Gültigkeitskonzept der Statistik der Grundsicherung für Arbeitsuchende nach dem SGB II durch die Bundesagentur für Arbeit rückwirkend ab Einführung der Statistik im Jahr 2005 revidiert. Bei den hier verwendeten Daten zu den Regelleistungen nach dem SGB II handelt es sich um Daten nach der Revision 2016, so der abschließende, methodische Hinweis.

, , , , , , ,