Adnet
Schaltplatz
Jugendstatistik Alkoholkonsum 2015

Zahl der Komasäufer steigt wieder leicht an

14. November 2016 | 10:30 | red
Alkohol_gr

Die Zahl der akut alkoholvergifteten Jugendlichen stieg zwar 2015 wieder leicht an. Seit 2011 aber sind die Zahlen rückläufig. Subjektiv war davon am vergangenen Elften im Elften indes wenig zu spüren. Symbolbild: Archiv Köln Nachrichten

In Nordrhein-Westfalen sind im vergangenen Jahr 5167 Jugendliche und junge Erwachsene bis 19 Jahre mit akuter Alkoholvergiftung stationär behandelt worden. Gegenüber dem Vorjahr ist das ein Anstieg um lediglich 0,9 Prozent.

Wie das Statistische Landesamt IT.NRW am heutigen Montag berichtete, beziehen sich diese Fälle auf so genannte „alkoholbedingte Verhaltensstörungen“ sowohl physischer wie psychischer Art. Der Anstieg der alkoholbedingten Behandlungsfälle ist stärker auf Mädchen und junge Frauen zurückzuführen als auf ihre männlichen Altersgenossen, wie das Landesamt weiter ermittelte.

Während die Summe der stationären Behandlungen der weiblichen Teenager um 1,9 Prozent stieg, war die Anzahl bei den männlichen Heranwachsenden nahezu konstant. Von den insgesamt 5167 Fällen entfielen somit 2236 Behandlungen auf weibliche Jugendliche, was einem gestiegenen Anteil von 43,3 Prozent entspricht (2014: 42,8 Prozent). Der Anteil von Mädchen und jungen Frauen stieg bereits in den letzten sechs Jahren; mit der aktuellen Entwicklung setzt sich dieser Trend fort, hieß es dazu weiter.

Bei Kindern und Jugendlichen unter 15 Jahren verzeichneten die Statistiker jedoch eine Abnahme der Zahl alkoholbedingter Behandlungen. 2015 wurden 599 Patientinnen und Patienten zwischen zehn und 14 Jahren wegen einer Alkoholvergiftung im Krankenhaus aufgenommen. Das waren 85 Fälle weniger als 2014 (damals: 684).

Auf Landesebene lag der Anteil der aufgrund einer akuten Alkoholvergiftung behandelten 10 bis 19-jährigen an der gleichaltrigen Bevölkerung mit 0,29 Prozent auf Vorjahresniveau. Die höchsten Anteile gab es 2015 in Hamm mit 0,52 Prozent, gefolgt vom Kreis Soest (0,47 Prozent), Bottrop und dem Ennepe-Ruhr-Kreis mit jeweils 0,42 Prozent. Die niedrigsten Quoten ermittelten die Statistiker für Mülheim an der Ruhr (0,13 Prozent), gefolgt vom Kreis Olpe mit 0,14 Prozent und dem Kreis Minden-Lübbecke mit 0,16 Prozent, berichtete IT.NRW weiter.

In Köln erstmals mehr Frauen als Männer betroffen

Für Köln ermittelten die Landesstatistiker sogar einen Rückgang der Fälle um drei Prozent auf 193. Ein Jahr zuvor waren es noch 199 und im Jahr 2011 erreichte dieser Wert sogar 314 Behandlungsfälle. Auch die Verteilung der Fälle auf die beiden Geschlechter war in der Domstadt deutlich stärker ausgeprägt als im Landesdurschnitt.

Während die Zahl der männlichen Komasäufer, die aufgrund einer Alkoholvergiftung in die Krankenhäuser mussten, massiv zurückging, stieg sie bei weiblichen Jugendlichen fast ebenso deutlich an. 91 männliche Jugendliche wurden demnach stationär behandelt, ein Rückgang um fast 19 Prozent (Vorjahr: 113). Bei den weiblichen Jugendlichen erhöhte sich die Fallzahl indes von 87 auf 102. Erstmals seit zehn Jahren waren damit junge Frauen öfter von akuter Alkoholvergiftung betroffen als junge Männer.

Mit einem Durchschnittswert von 0,21 Prozent lag die größte Kommune des Landes zudem deutlich unter dem landesweiten Durchschnitt von 0,29 Prozent. Landesweit stieg die Zahl der patientinnen und Patienten zwar in diesem Jahr wieder leicht an. Mit 5167 liegt die Gesamtzahl aber immer noch deutlich unter den Zahlen aus den Jahren 2009 und 2011, als mit 6214 bzw. 6229 dieses Phänomen („Komasaufen“) ihren Höhepunkt erreichte. Seit 2005 (3812 Fälle) verzeichnete die Kurve indes einen rapiden Anstieg, berichtete das Landesamt abschließend.

, , , , , , , ,