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Jahrestag zur ersten Kommunalwahl

70 Jahre seit der ersten Stadtverordnetenversammlung

13. Oktober 2016 | 14:30 | red
Bild: ehu

Heute vor 70 Jahren wurde in Köln der erste Stadtrat gewählt. Bild: ehu/Archiv

Am heutigen Donnerstag jährt sich der Jahrestag der ersten Kommunalwahlen nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs zum 70. Mal. Am 13. Oktober 1946 fanden die ersten freien Wahlen in Köln seit mehr als zwölf Jahren statt.

Etwas mehr als ein Jahr nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs stellte der Wahlgang zur Kölner Stadtverordnetenversammlung einen der ersten Schritte zur Wiederherstellung des normalen Lebens dar. Die Wahlbeteiligung lag damals bei erstaunlich hohen 73,6 Prozent, deutlich mehr als bei den letzten beiden Wahlgängen zum Stadtrat (Mai 2014) und für eine neue Oberbürgermeisterin (Oktober 2015).

Der erste Rat der Stadt, der am 1. Oktober 1945 zusammentrat, war noch von der britischen Militärregierung ernannt worden. Dieses Gremium erarbeitete eine neue Verfassung für die Stadt Köln, die am 7. März 1946 beschlossen wurde. Damit war der Weg frei gemacht für die Wahl des Kommunalparlaments. Doch an Routine war so kurz nach dem Kriegsende nicht zu denken.

So mussten Wahllisten aufgestellt werden, ohne dass auf eine intakte Einwohnermeldekartei zurückgegriffen werden konnte. Die Wahlbezirke mussten wegen der Zerstörung neu eingeteilt werden, wozu ein neues Straßenverzeichnis der Stadt erstellt werden musste. Zudem fehlten noch die Wahllokale, da viele Schulen im Krieg zerstört worden waren.

Dennoch wurde gewählt und bereits im Vorfeld fleißig vorbereitet. Die zugelassenen Parteien stellten insgesamt 244 Kandidaten auf. Diese wurden jedoch von den Militärbehörden auf ihre Belastung durch die Mitgliedschaft in nationalsozialistischen Organisationen überprüft. 233.823 Wahlberechtigte gingen an jenem 13. Oktober dann auch tatsächlich zur Wahl.

Absolute Mehrheit für CDU – Erste Sitzung in einem Hörsaal

Das Wahlergebnis von damals brachte der gerade erst gegründeten CDU eine absolute Mehrheit von 53,4 Prozent der Stimmen. Die Sozialdemokraten errangen immerhin 34,6 Prozent. Als dritte Kraft schaffte es damals die KPD mit 9,3 Prozent ins Stadtparlament. Die ebenfalls neugründeten Liberalen (FDP) kamen in dieser ersten Wahl auf gerade mal 0,7 Prozent.

Weil sich das Wahlrecht stark an das britische Mehrheitswahlrecht anlehnte, stellte sich die Sitzverteilung in der neuen Stadtverordnetenversammlung nicht den Anteilen: Von den 51 Abgeordneten waren 41 von der CDU, acht von der SPD und nur zwei von der KPD. Immerhin gab es in der ersten Legislaturperiode sieben Frauen. Erst mit dem Gemeindewahlgesetz des Landes NRW von April 1948 wurde dieses System geändert.

Die erste Sitzung des ersten Vorgängers des heutigen Stadtrats konstituierte sich übrigens bereits knapp zwei Wochen nach der Wahl, am 24. Oktober 1946. Da auch das Rathaus durch alliierte Luftangriffe zerstört war, fand die erste Sitzung in den Räumen der Kölner Universität statt, genauer hier im Hörsaal IV der Uni. Erster gewählter Oberbürgermeister war der damalige CDU-Politiker Hermann Pünder, sein Stellvertreter wurde Robert Görlinger. Die kleine hölzerne Wahlurne gibt es auch heute noch. Sie steht als Teil der Dauerausstellung im Kölnischen Stadtmuseum.

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