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Flüchtlingsunterbringung in Köln

Stadtverwaltung kündigt Freizug weiterer Turnhallen bis Jahresende an

20. September 2016 | 09:30 | red
Am heutigen Mittwoch beginnt die Belegung der Turnhalle am Reitweg mit Flüchtlingen. Bild: Köln Nachrichten

Möglicherweise wird die Sporthalle am Reitweg in Deutz wieder frei. Sie gehört zu den Turnhallen, die am längsten Notunterkunft für Flüchtlinge in Köln genutzt wurden. Bild:Archiv Köln Nachrichten

Die Stadt Köln will bis Ende dieses Jahres weitere Turnhallen wieder ihrer ursprünglichen Bestimmung übergeben. Vier bis fünf weitere Turnhallen sollen dann wieder für Schul- und Amateursport genutzt werden können. Das aber hängt von der weiteren Entwicklung ab.

Wie die Stadt am gestrigen Montag im Vorfeld der heutigen Ratssitzung ankündigte, sind zwei Turnhallen bereits im Umbau für die Nutzung als „Sporthalle“. Diese Arbeiten in den beiden Turnhallen Herler Ring in Buchheim und Heerstraße in Zündorf sollen bis Ende September abgeschlossen sein. Bis Ende 2016 will die Stadt aber auch weitere vier bis fünf Turnhallen, in denen zurzeit Geflüchtete untergebracht sind, dem Schul- und Vereinssport wieder uneingeschränkt zur Verfügung stellen, hieß es dazu in der Mitteilung.

Derzeit werden in Köln 24 Turnhallen für die Unterbringung von Flüchtlingen genutzt, in der Spitze waren es 27. Darauf deuten auch die jüngsten Zahlen hin, die derzeit von rund 13.580 sprechen. Auch hier gab es bereits Verlautbarungen, wonach in Köln mehr als 13.700 Flüchtlinge gezählt untergebracht werden müssen. Auch wenn Köln weiterhin bis Jahresende eine Verpflichtung im Rahmen der Landeszuweisungen erfüllen muss, deutet die Situation derzeit auf eine leichte Beruhigung hin.

Freizug steht unter Vorbehalt

Allerdings machen die Verantwortlichen der Stadt die offiziellen Prognosen des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge zur Grundlage ihrer Entscheidungen. Und da die derzeit immer noch nicht vorliegt, steht der Freizug der vier bis fünf Turnhallen weiterhin unter einem Vorbehalt. Trotz der leicht gesunkenen Gesamtzahlen an Flüchtlingen bleibt aber Bedarf. Aufgrund der seit zwei Monaten deutlich niedrigeren Zugangszahlen sowie der Fluktuation in den städtischen Unterkünften geht die Verwaltung derzeit davon aus, dass bis zum Ende des Jahres rund 450 Menschen zusätzlich unterzubringen sein werden. Dabei berücksichtigten die Verantwortlichen, dass sich die Zugangszahlen in den Wintermonaten in der Regel leicht erhöhen.

Um die Notaufnahmestellen freizuziehen, setzt die Stadtverwaltung zudem den Aufbau neuer Kapazitäten mit Hochdruck fort. Bis Jahresende sollen weitere Projekte und Objekte für bis zu 1600 Flüchtlinge und ihre angemessene Unterbringung fertiggestellt sein. Mit diesen Zahlen hofft die Stadt, rund 1150 Flüchtlinge aus Turnhallen anderweitig unterbringen zu können.

Prognose und Planungen werden laufend überprüft. Über die Ergebnisse wird die Verwaltung monatlich informieren, versicherte das Presseramt der Stadt. Die Reihenfolge, in der Turnhallen freigezogen werden sollen, hatte die Verwaltung bereits mit Politik, Schule und Sport abgestimmt und eine Prioritätenliste vorgelegt. Demnach liegen die nächsten zu räumenden Turnhallen mit jeweils 200 Plätzen in Nippes am Niehler Kirchweg, in Vogelsang am Kolkrabenweg, in der Neustadt-Nord am Vogelsanger Straße und in Deutz am Reitweg.

Mitte Oktober will die Verwaltung ein „Update“ vorlegen und gleichzeitig über den Sachstand der Turnhallenräumung berichten, hieß es dazu abschließend.

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