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US-Präsidentschaftswahlen 2016

Erste Reaktionen zum Wahlsieg von Donald Trump

9. November 2016 | 11:30 | red
Bild: ehu

Es kam so, wie es nicht hätte kommen dürfen. Die US-Wahlbürger entschieden sich für Donald Trump als 45. US-Präsidenten. Symbolbild: ehu/Archiv

Die Bestürzung in Deutschland war groß, als am frühen Mittwochmorgen die Auszählungen in den USA ihrem Ende entgegen gingen. Der 45. Präsident der Vereinigten Staaten heißt Donald Trump, lautet die Entscheidung des Wahlvolks.

Die Wahlen zur Wahl des 45. Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika sind entschieden. Der Immobilien-Tycoon Donald Trump ist gewählt. Nachdem er bereits im Laufe der Nacht drei der wichtigsten „swing states“ (unter anderem Florida und Ohio) für sich verbuchen konnte, wurde immer wahrscheinlicher, was Demoskopen zuvor ausgeschlossen hatten, den Wahlsieg des 70-Jährigen mit deutschem Migrationshintergrund.

Auch in Köln war die US-Wahl das Thema am heutigen Mittwoch. Doch schon recht früh gab es erste Stimmen, die das Ergebnis relativierten. Tatsächlich gab es nie zuvor zwei Bewerber um das Amt des US-Präsidenten, die derart unbeliebt waren. Zudem machte sich Trump zum Sprachrohr jener Menschen, die sich von der Globalisierung abgekoppelt sahen und von einem Land ohne Einwanderer träumen.

Erste Stimmen zur US-Wahl

Für die Kölner CDU-Bundestagsabgeordnete Gisela Manderla geht es vor allem um Schadensbegrenzung und Einordnung. „In einem emotionsgeladenen und von Hysterie geprägten Wahlkampf hat sich der republikanische Kandidat Donald Trump knapp durchgesetzt. Das Votum der amerikanischen Bevölkerung ist aber eindeutig und muss respektiert werden. Es stellt uns in Deutschland und Europa aber zugleich vor neue, in Teilen noch nicht absehbare Herausforderungen, mit denen wir uns schonungslos auseinandersetzen müssen.

Dies gilt insbesondere für unsere Sicherheitspolitik, denn die Vereinigten Staaten werden ihre Sicherheitsgarantien für Europa an neue Bedingungen knüpfen und ihre strategische Aufmerksamkeit neu ausrichten. Wir in Europa sind daher mehr denn je aufgefordert, den bereits eingeschlagenen Weg hin zu einer gemeinsamen europäischen Sicherheits- und Verteidigungsunion noch engagierter fortzusetzen und uns um die Gewährleistung unserer Sicherheit zunehmend selbst zu kümmern. Eines steht aber fest: Die Vereinigten Staaten sind und bleiben unser wichtigster Verbündeter. Ziel muss es sein, das transatlantische Bündnis auch unter dem neuen US-Präsidenten erfolgreich fortzusetzen.“

Kurz zuvor sprach der SPD-Europaageordnete Prof. Dr. Dietmar Köster von einem „Rückschlag für die Beziehungen zwischen den USA und Europa“. Allerdings versuchte auch er die Situation einzusortieren. „Sollte Trump nach seinem Sieg bei der angekündigten politischen Linie der nationalen Abschottung bleiben, werden die Beziehungen zwischen der Europäischen Union und den USA zwangsläufig einen Rückschlag erleben. Trump steht für einen gesellschaftspolitisch reaktionären Kurs, der insbesondere in einer rassistischen und menschenverachtenden Migrationspolitik zum Ausdruck kommt. Seine Vorhaben stehen im krassen Kontrast der europäischen Idee der Kooperation und des Friedens.“

Die Auswirkungen werden jedoch, wenn überhaupt, eher mittel- bis langfristiger Natur sein. Aus Sicht der Wirtschaft liegen die Interessen klar. „Ich bin überzeugt, Donald Trump, der ja aus der Wirtschaft kommt, ist an stabilen wirtschaftlichen und politischen Beziehungen zur Europäischen Union und insbesondere zu Deutschland als stärkster Volkswirtschaft in Europa interessiert. Für seine Äußerungen zu Protektionismus und Abschottung gilt: Nichts wird so heiß gegessen, wie es im Wahlkampf gekocht wird“, erklärte Mario Ohoven, Präsident des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft (BVMW) und des europäischen Mittelstandsdachverbands European Entrepreneurs (CEA-PME).

Lesen sie dazu auch unseren Kommentar der Redaktion.

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