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Appell Kölner Wirtschaftswissenschaftler

Klimapolitiker sollen sich in Paris verpflichten

12. Oktober 2015 | 12:30 | red
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Da blickt auch der Uni-Gründer skeptisch in Richtung Westen. Zwei Kölner Wirtschaftswissenschaftler appellieren an die Klimapolitiker, sich auf gemeinsame Verpflichtungen einzulassen. Bild: Archiv Köln Nachrichten

Die Kölner Wirtschaftswissenschafler Axel Ockenfels und Peter Cramton haben sich in einem gemeinsamen Appell an die Klimapolitiker der Welt gewandt. Der Aufruf zu einer gemeinsamen Verpflichtung auf Klimaziele bei der bevorstehenden UN-Klimakonferenz in Paris ist im Fachmagazin Natur abgedruckt.

Die beiden Kölner Ökonomen werden dabei von ihren US-amerikanischen Kollegen David MacKay und Steven Soft unterstützt. In der renommierten Wissenschaftszeitschrift Nature erläutern die Wissenschaftler, warum trotz diplomatischem Zweckoptimismus auch in Paris nicht mit einem nachhaltigen Erfolg im Kampf gegen den Klimawandel gerechnet werden kann.

Nach Ansicht der Wissenschaftler liege der Grund darin, „dass sich Paris allein auf das altruistische Wohlwollen der Staaten verlasse. Die Erfahrung und die Kooperationsforschung lehren jedoch, dass dies bei weitem nicht für die notwendigen Kooperationsanstrengungen ausreichen werde.

Ich kooperiere, wenn Ihr auch kooperiert“, so ein Klassiker aus der Verhaltensforschung der Spieltheoretiker. Uni-Professor Ockenfels ist ein international bekannter Experte für Kooperationsforschung und Verhandlungsdesign, sein Kollege Professor Dr. Peter Cramton ist ein weltweit bekannter Marktdesigner und Mitglied der Kölner International Faculty. Professor Dr. David MacKay ist Professor of Engineering an der Universität Cambridge und war von 2009 bis 2014 wissenschaftlicher Berater des Department of Energy and Climate Change (DECC) der britischen Regierung. Dr. Steven Stoft ist Ökonom und Berater aus Berkeley.

Für einen Verhandlungserfolg sei es wichtig, gemeinsame Verpflichtungen anzustreben. „Alle Wissenschaftsdisziplinen, die sich mit Kooperation beschäftigen, haben gezeigt, dass Gegenseitigkeit der Schlüssel zum Erfolg ist: ‚Ich kooperiere, wenn ihr auch kooperiert’. Das gilt für die Frage, wer den Abwasch in der Wohngemeinschaft macht, genauso wie bei internationalen Handels- oder Rüstungsabkommen. So entstehen Anreize mitzumachen und letztlich auch das Vertrauen, das für jede Kooperation essenziell ist. Gegenseitigkeit kann aber nur mit einer gemeinsamen Verpflichtung funktionieren. Leider setzt Paris aber auf hunderte, selbst-definierte und unvergleichbare Pläne der Staaten; so schafft man vielleicht Misstrauen, aber keine Kooperation“, erläuterte Ockenfels den Anlass des gemeinsamen Appells.

Die Wissenschaftler schlagen konkret vor, dass sich die Verhandlungen auf ein internationales Preisziel für die Emission von Kohlenstoffdioxid konzentrieren. Das sei unterm Strich das effizienteste Vehikel, die Klimapolitik weltweit zum Positiven zu wenden. Der Appell wurde in der aktuellen Ausgabe von Nature veröffentlicht. Weitere Details dazu können sie auch als Download im pdf-Format herunterladen, zu finden im Internet unter: http://www.iaee.org/en/publications/eeeparticle.aspx?id=88.

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