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Kommentar zum Amtsantritt von Henriette Reker

Mit viel Energie ins Alltagsgeschäft

15. Dezember 2015 | 18:15 | red
Noch hat sie gut lachen. Nach dem Amtseid gab es den Gratulations-Marathon.  Bild: Screenshot/Stadt Köln

Noch hat sie gut lachen. Nach dem Amtseid gab es den Gratulations-Marathon. Bild: Screenshot/Stadt Köln

Man kann Henriette Reker bewundern, zu beneiden ist sie nicht. Denn vor ihr liegen Aufgaben, die selbst hartgesottenen Politik-Profis schwer fallen dürften. Oper, Stadtbahn, Kalkberg und ein Haushalt, der wegen einer Steuerrückzahlung und Mehrkosten zur Flüchtlingsunterbringung sämtliche Worst-Case-Szenarien sprengt, sind nur einige Baustellen, die es zu managen gilt.

Und Reker fand die richtigen Worte. Die als partelos angetretene Wahlbeamtin will tatsächlich einen neuen sachlich orientierten Politikstil umsetzen. Gut, dass sie die Parteien in Köln daran erinnerte, dass kommunale Autonomie, also die kommunale Selbstverwaltung, nur im Miteinander funktionieren kann. Die bisherige tradtionelle Koalitionsbildung ließ eher vermuten, dass die Gemeindeordnung NRW in Köln in diesem Punkt ausgesetzt sei.

In Sachen Haushalt Zweckoptimistin, in Sachen Außenwerbung erste Lobbyistin und als Dienstherrin Vorbild. Reker muss viele Rollen bedienen, um ihrem Ziel Köln wieder an die Spitze der internationalen Hotspots zu führen, auch nur ein Stück weit näherzukommen. Man mag ihr aufrichtig wünschen, dass sie sich in der Fülle der Aufgaben nicht verliert. Sie wäre nicht die erste Person, die sich am Biotop der Kölner Politik abarbeitet und am Ende doch das „Pummerl“ ist. Man nimmt ihr mit ihrer heutigen Rede ab, dass sie fest entschlossen ist. Und der Stadtrat übte sich in selten zuvor wahrnehmbarer Disziplin, ein erster Erfolg.

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