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CDU und Grüne wollen keine Auswahlkommission für Spitzenjob in der Verwaltung

Reker: „Die Verwaltung ist nicht das Spiegelbild des Rates“

16. Dezember 2015 | 11:45 | ehu
Die rechte Hand gehoben sprach die neue Oberbürgermeisterin Henriette Reker den Amtseid. Köln hat eine neue erste Bürgerin, nun auch formell als Hausherrin im Rathaus.  Bild: Screenshot/Stadt Köln

Die rechte Hand gehoben sprach die neue Oberbürgermeisterin Henriette Reker den Amtseid. Sie muss sich auch sonst an ihren Worten messen lassen. Bild: Screenshot/Stadt Köln

Es gilt das gesprochene Wort“ – so steht es auf den Manuskripten, die den Journalisten überreicht werden, damit sie wichtige Reden nicht mitschreiben müssen. Daran hält sich die Presse.

Trotzdem: Manchmal ist auch das nicht-gesprochene Wort aufschlussreich. Wie bei der Antrittsrede von Kölns neuer Oberbürgermeisterin Henriette Reker. „Die Verwaltung ist nicht das Spiegelbild des Rates“, so steht es geschrieben und so wurde es gesprochen.

Der dann folgende Manuskript-Satz aber fehlte in der Rede: „Führende Stellen werden nach Eignung und nachgewiesener Fähigkeit und nicht nach Parteibuch entschieden.“ Ist das schon ein diplomatischer Hinweis auf Querelen bei der künftigen Besetzung von Dezernentenstellen?

Ein von Reker unterstützter Antrag von SPD und Linken für eine „Auswahlkommission“ mit Vertretern aller Parteien jedenfalls wurde von CDU, Grünen, FDP und Freie Wähler abgelehnt. Also denen, die die Wahl Rekers unterstützt haben. Wie es heißt, wollen sich die Grünen das Vorschlagsrecht für den Sozialdezernenten, die CDU für den Stadtdirektors“ vorbehalten.

Bleibt abzuwarten, ob sich Grüne und CDU an die vor der Wahl versprochene „Überparteilichkeit“ zum Wohle der Bürger halten oder ob weiter Partei-Interessen vorgehen. Und wie sich Reker hier behaupten kann. Denn: „Die Verwaltung ist nicht das Spiegelbild des Rates“.

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