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Info- und Bildungsstelle veröffentlicht Broschüre zu Moscheebaukonflikten

23. März 2012 | 11:00 | red

Rund um den nun fast fertig gestellten Neubau der Ditib-Moschee auf dem Areal an der Ecke Venloer Straße / Innere Kanalstraße hat es in der Vergangenheit immer wieder Konflikte gegeben. Auch an anderen Stellen im Kölner Stadtgebiet sowie in anderen Ballungsräumen mit hohem Migrantenanteil gab und gibt es Diskussionen um die islamischen Gebetshäuser. Einer der Hauptprofiteure der bisweilen verworrenen Sachlage waren Rechtsradikale wie zum Beispiel die im Stadtrat vertretene „Bürgerbewegung pro Köln“. Die Tatsache, dass der Islam in Deutschland aus den sprichwörtlichen Hinterhöfen an die Öffentlichkeit und damit auch äußerlich sichtbar in den Blick der Bevölkerung gerät, hat die grundsätzliche Debatte um den Unterschied zwischen der christlisch-säkularisierten Wertegemeinschaft westlicher Prägung und den Werten des Islam angefeuert.

Doch entgegen der Selbstdarstellung der Rechten kommen die Autoren einer neuen Broschüre, die am Mittwoch kommender Woche vorgestellt werden soll, suchen die Rechten keine Lösung dieses Konflikts, der sich im Umfeld islamischer Sakralbauten, gerade von Neubauten, befinden. „Gruppierungen der extremen Rechten nutzen diese Kontroversen und instrumentalisieren sie für ihre eigenen Belange. Sie hoffen, an in der Bevölkerung verbreitete Ängste, Vorurteile und Rassismen anknüpfen zu können und forcieren deshalb die Konflikte vor Ort“, so die Schlussfolgerung der Forscher der Die Info- und Bildungsstelle gegen Rechtsextremismus (ibs) im NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln. Die neue Broschüre trägt den Titel „Moscheebaukonflikte und ihre Instrumentalisierung durch die extreme Rechte“.

Die Broschüre will dabei vor allem die Erfahrungen aus den verschiedenen Erfahrungen im zusammenhang mit dem Bau von neuen Moscheegebäuden sammeln, analysieren und die daraus gewonnenen Erkenntnisse systematisieren und zusammenfassen. Neben der Ditib-Moschee in Köln-Ehrenfeld stellt die Broschüre Bauprojekte aus Dortmund, Pulheim und Hamm in Westfalen vor. Sie stellen Beispiele für lokale Konfliktlagen und Strategien der extremen Rechten und erfolgreich umgesetzte Projekte dar. Der zweite Teil der Veröffentlichung enthält wissenschaftliche und journalistische Beiträge. Sie zeigen nicht nur nicht nur Funktion und Wirkungsmechanismen des antimuslimischen Rassismus auf, sondern analysieren auch die Inhalte und Aktivitäten von rechtsextremen Gruppen und des Weblogs „Politically Incorrect“.

Die Broschüre soll drei Euro Schutzgebühr kosten, wie die Verantwortlichen des NS-Dokumentationszentrums ausführten. Sie entstand im Rahmen des Projekts „Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus im Regierungsbezirk Köln“. Am kommenden Mittwoch werden die Verantwortlichen die neue Publikation offiziell vorstellen. Weitere Infos dazu finden sie schon jetzt im Internet unter: www.mbr-koeln.de.