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Jetzt als Buch: der Plan für ein schöneres Köln

17. August 2009 | 14:23 | red



(js) „Der Masterplan ist keine Bibel, sondern eine Regieanweisung. Er ist ein Gerüst, dass viele Freiräume lässt“, beschreibt Städteplaner Albert Speer seine Arbeit, die seit diesen Tagen auch als Buch vorliegt. „Wir erhoffen uns davon eine noch breitere generationenübergreifende Diskussion über die Zukunft unserer Stadt“, ergänzte Paul Bauwens-Adenauer, Präsident der IHK Köln und Vorsitzender des Vereins „Unternehmer für die Region Köln“, als er das Buch am heutigen Montag vorstellte. Der günstige Preis von 15 Euro soll dazu beitragen, dass sich eine breitere Öffentlichkeit mit dem Masterplan beschäftigen könne. Die Erstauflage beträgt 3000 Exemplare.

Speers Masterplan, von den „Unternehmern für die Region Köln“ mit 600.000 Euro finanziert, untersucht die Innenstadt als Ganzes und macht Vorschläge zu einem Gesamtkonzept. Besonderes Augenmerk richtet er zum Beispiel auf die Gestaltung von Neumarkt, Breslauer Platz, Ottoplatz, der Brückenköpfe oder der Ringe. Besonders bemerkenswert ist die Betonung des Rheins als Mittelpunkt der Stadt. Er wurde im Vorfeld lange – auch mit Bürgerbeteiligung – diskutiert und schließlich am 5. Mai dieses Jahres vom Rat der Stadt Köln mit großer Mehrheit als Planungsunterlage für die Zukunft angenommen. Nicht alle Punkte finden Zustimmung, so hält die IHK an der Tieferlegung der Nord-Süd-Fahrt fest, Denkmalschützer haben Bedenken, was etwa die Neugestaltung von Cäcilienstraße und Rudolfplatz betrifft. Insgesamt aber hat er auch überregional viel Zustimmung gefunden. Davon zeugen auch viele Kommentare im Schlussteil des Buches.

„Ich hoffe, dass die Kölner lernen, damit ohne Ausnahmen – wie etwa beim Höhenkonzept – zu leben“, sagte Bauwens-Adenauer. Man werde die Stadt daran messen, wie sie den Masterplan umsetze. Er empfahl Politikern und Verwaltung, öfter eine Denkpause einzulegen, ehe etwas geplant und beschlossen werde. Und Speer mahnte, erst die Kosten festzulegen, bevor ein Wettbewerb oder Baumaßnahmen ausgeschrieben werden. Sonst komme es zu Ãœberraschungen wie aktuell bei der Kölner Opern-Sanierung oder den Plänen für die Tieferlegung des Stuttgarter Hauptbahnhofes. Am heutigen Montag tagte auch erstmals die Lenkungsgruppe „Masterplan Innenstadt“, die die Umsetzung beratend begleiten soll. Mit 25 Mitgliedern „ein viel zu großes Gremium“, meinte Speer.

„Der Masterplan für Köln – Albert Speers Vision für die Innenstadt von Köln“ – Herausgegeben von Paul Bauwens-Adenauer und Ulrich S. Soénius, Greven Verlag, Köln 2009, 204 Seiten, 15 Euro