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Stadtdirektor Guido Kahlen in Ruhestand verabschiedet

Nach zwei Jahren Verlängerung übernimmt der Nachfolger

29. November 2016 | 07:30 | red

Guido Kahlen wird nach mehr als zehn Jahren als Stadtdirektor und Rechtsdezernent zum Jahreswechsel in den Ruhestand gehen. Zu seinem offiziellen Ausstand gab es am gestrigen Montagabend einen Empfang im Rathaus.

Kahlen ist gebürtiger Kölner und trat 1979 nach seinem Jura-Studium in die Dienste der Stadt Köln ein. 1987 wurde er Leiter des Büros der Stadtvertretung und persönlicher Referent des damaligen Oberbürgermeisters Dr. h.c. Norbert Burger. 1991 übernahm Kahlen die Leitung des Bauaufsichtsamts bei der Stadt Köln. 1995 wechselte er als Rechtsdezernent und enger Berater von Oberbürgermeisterin Bärbel Dieckmann zur Stadt Bonn, wo er 2005 wieder nach Köln zurückkehrte, zunächst als Beigeordneter für Bildung, Jugend und Sport.

Seine größte berufliche Herausforderung war sicher der 3. März 2009 und seine Folgen. So fiel unter anderem die Berufsfeuerwehr in seinen Zuständigkeitsbereich. Als Leiter des Krisenstabes und damaliger Stellvertreter des Kölner Oberbürgermeisters Fritz Schramma erwarb er sich damals Respekt, ganz im Gegensatz zum ersten Bürger der Stadt, dessen politisches Schicksal mit dem Archiv seinen Lauf nahm. Schramma zog nach massiver Kritik an seinem Krisenmanagement seine Kandidatur zu den OB-Wahlen 2009 zurück, SPD-Kandidat Jürgen Roters übernahm, Kahlen blieb.

Kahlen leitete in seiner Zeit als Stadtdirektor das Dezernat für Allgemeine Verwaltung, Ordnung und Recht, das zu den großen „Querschnittsdezernaten“ gehört. In dieser Funktion war er verantwortlich für die Bereiche Bürgerdienste, Personal, Organisation, Informations- und Kommunikationstechnik, die Gleichstellung von Frauen und Männern, das betriebliche Gesundheitsmanagement, die Zusatzversorgungskasse, die Zentralen Dienste, für Vergaben, Rechts- und Versicherungsangelegenheiten, öffentliche Ordnung, Feuerwehr und Rettungsdienst. Außerdem hatte er die Leitung des Krisenstabs inne. Zu seinem Dezernat gehören insgesamt 5543 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Er war zudem verantwortlich für die Weiterentwicklung und Modernisierung der Verwaltung. Das Personalführungskonzept, dass in Zeiten knapper Kassen und vor der Einführung des NKF die Personalkosten drosseln sollte, scheiterte jedoch kläglich und wurde wenige Jahre ohne großes Aufsehen beerdigt. Inzwischen haben sich die Personalkosten gegenüber dem Stand 2006 nahezu verdoppelt  Deutlich erfolgreicher war Kahlen hingegen mit dem Anspruch, Köln zu einer führenden Kommune in Sachen E-Government zu werden. Als Stadtdirektor erhielt Kahlen zahlreiche Auszeichnungen: 2015 wurde er mit dem „Best Practice Award der Kommunen“ ausgezeichnet. Damit wurde insbesondere Kahlens Einsatz für die interkommunale Zusammenarbeit bei der Einführung von E-Government und seine Aktivitäten zur „Digitalen Agenda für Kommunen“ im Rahmen des Nationalen IT-Gipfelprozesses gewürdigt. Im November 2016 kam die Deutsche Feuerwehr-Ehrenmedaille hinzu, die höchste Auszeichnung des Feuerwehrwehrverbandes für Personen, die nicht aktiv der Feuerwehr

angehören.

Dass heute 95 Prozent der Archivalien des Historischen Archivs, des ,historischen Gedächtnisses der Stadt Köln‘, geborgen sind und Stück für Stück wieder der Forschung zur Verfügung gestellt werden können, gehört zu den großen Verdiensten von Stadtdirektor Guido Kahlen. Ohne seinen persönlichen Einsatz nicht nur in der akuten Phase, sondern auch in den Jahren danach mit teilweise mutigen Entscheidungen, wäre diese Rettung nicht gelungen. Dabei hat er auch nie die Betroffenen und die Menschen rund um den Waidmarkt vergessen und viele Initiativen unternommen, um die Folgen für sie abzumildern“, lobte Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker den scheidenden Stadtvorstand. Zum Jahreswechsel wird Dr. Stephan Keller seine Nachfolge antreten, er war im Herbst vom Stadtrat gewählt worden. Keller war zuvor Mitglied im Stadtvorstand der Landeshauptstadt Düsseldorf.

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