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Fördermittel für Gemeinwesenarbeit

Stadt erhöht Haushaltsmittel für Arbeit in fünf Stadtteilen

5. Dezember 2016 | 10:30 | red
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Der Stadtrat gab Grünes Licht. Nun gibt die Stadt weitere 125.800 Euro an Haushaltsmitteln für die Gemeinwesenarbeit in benachteiligten Stadtquartieren aus. Symbolbild: Archiv Köln Nachrichten

Die Stadt Köln will zusätzliche Haushaltsmittel in Höhe von 125.800 Euro für die Gemeinwesenarbeit den Freien Trägern in den Veedeln zur Verfügung stellen. Insgesamt gibt die Stadt für diesen Posten ab dem kommenden Jahr knapp 300.000 Euro aus.

Wie das städtische Presseamt am heutigen Montag bekannt gab, sollen ab dem kommenden Haushaltsjahr 294.000 Euro für Gemeinewesenarbeit ausgegeben werden. Damit soll die Gemeinwesenarbeit in fünf benachteiligten Stadtquartieren (in Holweide, Dünnwald, Kalk, Bickendorf und Bocklemünd) sowie die beiden Vereine „Buchheimer Selbsthilfe e.V.“ und „Veedel e.V.“ in Ostheim zusätzlich gefördert werden.

Nach einem positiven Votum des Ausschusses für Soziales und Senioren in seiner aktuellen Sitzung muss nun der Stadtrat in seiner letzten Sitzung des Jahres am 20. Dezember darüber befinden. Bisher gab die Stadt für die Gemeinewesenarbeit 168.200 Euro pro Jahr aus. Verwaltung und Politik zeigten sich in der Aussprache des Fachausschusses davon überzeugt, dass der Mehraufwand von 125.800 Euro auch unter wirtschaftlichen Aspekten von Bedeutung ist, da sich die Gemeinwesenarbeit nach den bisherigen Erfahrungen positiv auf die Quartiersentwicklung ausgewirkt hat.

Die Stadt Köln hat hierzu gemeinsam mit der Liga der Spitzenverbände der freien Wohlfahrtspflege ein neues Konzept zur Förderung quartierbezogener Sozialer Arbeit in benachteiligten Stadtvierteln entwickelt. Dem Konzept hatte der Fachausschuss bereits in seiner Sitzung am 9. Juni 2016 zugestimmt und die Verwaltung beauftragt, die Förderung der Gemeinwesenarbeit ab 1. Januar 2017 auf der Basis des entwickelten Konzeptes fortzuführen.

Voraussetzungen für die Förderung

Die Förderung kommt vordringlich den Wohnvierteln zugute, in denen die Menschen unter erschwerten Bedingungen leben. Zu den Bedingungen gehören materielle Armut, Bildungsbenachteiligung, Langzeitarbeitslosigkeit und ungesicherte Wohnverhältnisse. Grundlage der Quartiersauswahl bildete eine Stadtviertelanalyse der Verwaltung, aus der die Wohnviertel mit dem größten Bedarf abgeleitet werden konnten. Mit diesem Ansatz trägt die Gemeinwesenarbeit letztlich dazu bei, dass sich die soziale Kluft zwischen den verschiedenen Stadtvierteln, die immer größer zu werden droht, nicht weiter verstärkt.

Die kommunale Förderung der Gemeinwesenarbeit blickt auf eine langjährige Praxis zurück. Eckpunkte der mit dem Konzept einhergehenden neuen Förderstruktur sind die grundsätzliche Befristung der Quartierzuweisung auf vier Jahre, die Vereinheitlichung der Zuwendungen an die Träger und eine Ausweitung der Arbeit auf drei weitere Quartiere.

Gemeinwesenarbeit verfolgt im Grundsatz das Ziel, die Bewohnerinnen und Bewohner eines Wohnviertels zu aktivieren und zu befähigen, ihr Wohnumfeld und ihre Lebensbedingungen eigenständig zu gestalten. Sie stärkt die Selbsthilfekräfte und die Eigeninitiative der Menschen, indem sie gemeinsame Interessen und Problemlagen aufgreift und deren Bearbeitung unterstützt.

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