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Kooperatives Baulandmodell wird fortgeschrieben

Verwaltung will kooperatives Baulandmodell weiterentwickeln

2. Dezember 2016 | 10:00 | red
Bild: Köln Nachrichten

Köln braucht mehr preisgünstigen Wohnraum. Nun soll das Kooperative Baulandmodell weiterentwickelt werden. Bild: Archiv Köln Nachrichten

Der Kölner Stadtrat wird sich noch in diesem Jahr mit dem Kooperativen Baulandmodell beschäftigen. Das habe bisher nicht wirklich funktioniert und soll nun fortgeschrieben werden. Den ersten Aufschlag macht der Vorschlag im Stadtentwicklungsausschuss.

Nach einiger Kritik und der Erkenntnis, dass die Zahl der neu errichteten geförderten Wohnungen nach wie vor nicht ansatzweise die gestiegene Nachfrage bedienen kann, will die Verwaltung mit ihrer neuen Beschlussvorlage die Regelungen sowohl entschlacken als auch Forderungen des Rates wie Angemessenheitsprüfung, Bagatellgrenze und Verpflichtungen für den Vorhabenträger umsetzen.

Als Bagatellgrenze gelten Bauvorhaben mit mindestens 25 Wohneinheiten. Aber einer Größe von 50 Wohneinheiten soll zudem ein Qualifizierungsverfahren auch städtebauliche Aspekte berücksichtigen. Der Kölner Wohnungsmarkt soll so stärker als bisher preisgünstige Wohnungen bereitstellen, um die weiter wachsende Nachfrage nach solchen Wohnungen bedienen zu können.

Und der Bedarf wird nicht geringer. Nach aktuellen Prognosen soll die Stadt bis zum Jahr 2029 auf dann 1,161 Millionen Einwohner ansteigen, dann soll es in der Domstadt rund 600.000 Haushalte geben. Das Kooperative Baulandmodell verpflichtet Bauherren, Investoren und Vorhabenträger bei Wohnungsbauvorhaben, für die eine Bebauungsplanung erforderlich wird, mindestens 30 Prozent der Wohnungen im öffentlich geförderten Wohnungsbau zu errichten. Außerdem sollen sie die Kosten für die zusätzlich erforderliche soziale Infrastruktur teilweise übernehmen. Dies gilt beispielsweise grundsätzlich auch für Kindertagesstätten und Grundschulen sowie für Grünflächen und Spielplätze.

Hier ging die Verwaltung auf die Anregungen der Branche zumindest teilweise ein, wie die Unterlagen zum Stadtentwicklungsausschuss zeigen. In Anlage 3 nimmt die Verwaltung zu den einzelnen Anregungen Stellung. Die Forderung, einen Kostenkennwert für die Errichtung von Kindertagesstätten transparent in die Berechnungen aufzunehmen, wurde entsprochen. Der Kennwert liegt demnach bei 33.000 Euro pro Kita-Platz. Auch sonst habe man Einiges klargestellt, unter anderem werden die bisher separat zu erbringendenGrundvereinbarung“ und „Grundzustimmung“ zusammengeführt. Auch die Aufgaben der Lenkungsgruppe wurden präzisiert.

In einer bis Ende 2018 geltenden Übergangsregelung soll es Vorhabenträgern möglich sein, für ihre zwischen dem 24. Februar 2014 und der gültigen Fortschreibung erworbenen Grundstücke lediglich 20 Prozent öffentlich geförderte Wohnungen einplanen müssen. Bauherrn können ihre Vorhaben aber auch freiwillig auf die neue Regelung umstellen.

Der Stadtentwicklungsausschuss wird die Vorlage auf seiner nächsten Sitzung am 15. Dezember beraten. Beschlossen wird sie nach derzeitiger Planung jedoch erst im Folgejahr. Nach einer weiteren Beratung im Ausschuss Soziales und Senioren am 26. Januar 2017 wird der Stadtrat darüber am 14. Februar 2017 beschließen.

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