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ERC Red Bull München gegen Kölner Haie

Hochdramtisches letztes Halbfinale – Haie scheiden aus

8. April 2016 | 23:00 | red
Koelner_Haie

Köln lieferte sich in München eine spektakuläre Partie. Am Ende hat es nicht gereicht. Logo: Kölner Haie

Die Kölner Haie haben sich am heutigen Freitagabend in München eine hochdramatische fünfte Halbfinal-Partie geliefert. Am Ende stand es 5:4 für die Münchener, doch die letzten 34 Sekunden der regulären Spielzeit hatten es in sich.

Die mitgereisten Kölner Fans dürften sich an diesen Eishockey-Abend in der bayerischen Landeshauptstadt noch lange erinnern. Denn ihr Team zeigte auf fremdem Platz, was in der letzten Partie zu Hause fehlte, Einsatz bis zum Letzten und vier Treffer. Doch der Reihe nach.

Die Partie begann denkbar ungünstig für die Gäste aus der Domstadt, denn schon in der vierten Minute stand es 1:0 für den Gastgeber, Toni Söderholm hatte getroffen, nachdem sein Schuss von der blauen Linie abgefälscht wurde. Nachdem die Haie eine Strafzeit ohne Gegentreffer überstanden, schlug es in der 9. Minute zum zweiten Mal ein, diesmal schloss Frank Mauer einen Konter mustergültig und eiskalt zum 2:0 ab.

Doch die Kölner zeigten Moral und kamen bereits eine Minute später durch Philip Gogulla zum Anschlusstreffer. Der FC-Routinier steht beim Schuss von Lalonde goldrichtig und fälscht den Puck gezielt ab. Doch diesmal stellten die Gastgeber in einer weiteren Überzahl den alten Zwei-Tore-Abstand wieder her, Mats Christensen nutzt das Powerplay zum 3:1 in der zwölften Minute. In der Folge hatten die Haie etwas mehr vom Spiel und auch mehr Torszenen, doch auch München blieb gefährlich. Zur ersten Pause aber blieb es beim 1:3-Rückstand.

Mitteldrittel – die Haie kämpfen sich heran

Zu Beginn des Mitteldrittels zeigten sich die Haie bissig. Kaum musste München auf einen Feldspieler wegen Strafzeit verzichten, erzielte Ryan Jones in der 23. Minute den erneuten Anschlusstreffer zum 2:3. Diesmal verwandelt der Kölner einen Abpraller vor dem gegnerischen Kasten, nach einem Schuss von Eriksson. In einer bereits hochklassigen Partie lieferten sich beide Teams in der Folge eine packende Partie.

Die Haie überstanden ab der 36. Minute sogar eine doppelte Überzahl ohne Gegentreffer. Und bis zum zweiten Pausenpfiff blieb es eine Partie mit vielen Torszenen, die letzte hatte München, doch Wesslau blockt den Schussversuch eines Münchener Angreifers gekonnt ab.

Das Schlussdrittel beginnt mit einem Rückschlag

Im Schlussdrittel musste jedoch zunächst wieder Gustaf Wesslau hinter sich greifen, in der 43. Minute traf Dominik Kahun zum 4:2, nach schönem Zuspiel von Frank Mauer. Die Haie versuchten danach sofort wieder, in Richtung Münchener Tor zu arbeiten und hatten tatsächlich gute Szenen. Und in der 49. Minute dürften die mitgereisten Fans noch einmal hoffen, Andreas Falk umkurvt gekonnt den Münchener Goalie und schiebt zum erneuten Anschlusstreffer ein, 3:4 aus Kölner Sicht.

In der Schlussphase schenkten sich beide Teams nichts, ließen hinten aber auch nichts zu. Sowohl die Haie ab der 50. wie auch die Münchener ab der 53. Minute überstanden jeweils ihre Strafzeiten ohne Folgen und beide Mannschaften suchten ihr Glück in der Offensive. Weil die Haie weiter auf den Ausgleich drängten und München mit Kontern gefährlich blieb, war es bis in die Schlussphase eine hochklassige Partie.

Die letzten 120 Sekunden – an Dramatik kaum zu überbieten

In der 59. Minute kam das Drama hinzu. Gustaf Wesslau war da bereits vom Eis und zunächst schien sich der Mut der Kölner auszuzahlen. 96 Sekunden vor dem Ende erhielten die Münchener eine Strafzeit, Söderholm hatte mit seinem Stock geschlagen. Bereits in der Schlussminute hatten die Münchener die Chance, nach einem Ballverlust alles klar zu machen. Doch der Schuss aufs leere Tor verfehlte sein Ziel.

Im buchstäblich letzten Angriff kamen die Haie aber dennoch zu ihrem vierten Treffer. Kaum war der Puck wieder im Münchener Drittel, traf Umicevic zum 4:4-Ausgleich. Als die Kölner jubelnd in ihre Hälfte fuhren, zeigte die Uhr 34 Sekunden. Doch dann kam der K.O. Frank Mauer schließt nur elf Sekunden danach einen Konter zum 5:4-Endstand ab.

Die Kölner Haie sind damit aus dem Rennen um die Deutsche Eishockey-Meisterschaft ausgeschieden. Dabei absolvierten sie von allen Halbfinalisten das mit Abstand brutalste Programm. Alleine in den Playoffs mussten die Haie 15 Mal antreten, so viel wie kein anderes Team. Gegen wen die Münchener ab dem 15. April den diesjährigen Meister ausspielen, steht derzeit noch nicht fest. Dort konnten die Nürnberger heute zum zweiten Mal gewinnen. 2:3 steht es jetzt, am kommenden Sonntag geht es hier weiter.

Fazit zum Kölner Ausscheiden – ein Kommentar der Redaktion

Für die Haie ist es eine denkbar bittere und tragische Niederlage. Allerdings dürfte sich der Frust über das unglückliche Ausscheiden schnell legen. Denn nachdem die Kölner Eishockey-Profis bereits mit den Mannheimern in den Preplayoffs eine harte Nuss zu knacken hatten, trafen die Kölner im Viertelfinale auf den Rekordmeister aus Berlin. Das 2:3 in Berlin kam sogar für die Betreiber der Lanxess Arena so überraschend, dass sie ihre Halle gleich doppelt und das ausgerechnet am 1. April vermieteten, sehr zum Ärger des Deutschen Handball-Bundes.

Mit ihrem Vorstoß bis ins Halbinale waren die Haie immerhin das einzige Team aus den Preplayoffs, das es so weit gebracht hat. Und mit dem heutigen 4:5 haben sich die Haie mehr als würdig aus dem Wettbewerb verabschiedet. Das heutige Spiel war Eishockey vom Allerfeinsten und dürfte dem österreichischen Sender Servus TV nicht nur in Köln gute Quoten gebracht haben. Und der Dank der Fans dürfte den Profis sicher sein. Heute fehlten 23 Sekunden, nicht viel bei insgesamt mehr als 4000 Stunden Spitzensport auf dem Eis in der zurückliegenden Saison.

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