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Novemberzahlen zum Kölner Arbeitsmarkt

Arbeitslosenquote sinkt auf Fünf-Jahres-Tief

30. November 2016 | 11:00 | red
Bild: Köln Nachrichten

Der Kölner Arbeitsmarkt holt weiter auf. Gegenüber dem Land NRW sank die Kölner Arbeitslosenzahl etwa doppelt so deutlich . Dieser Trend setzte sich auch im November fort. Bild: Archiv Köln Nachrichten

Der Kölner Arbeitsmarkt brummt. Mit 47.186 offiziellen Arbeitslosen ist die Zahl gegenüber dem Vormonat noch einmal um 895 oder 1,9 Prozent gesunken. Damit liegt Köln sogar oberhalb des Landestrends.

Denn in den wenige Minuten zuvor vermeldeten Arbeitslosenzahlen der Regionaldirektion NRW betrug der Rückgang im gesamten Land NRW lediglich 0,9 Prozent, also um 6399 auf 695.294 Arbeitslose. In Köln gingen die Zahlen doppelt so schnell nach unten. Auch gegenüber dem Vorjahresmonat konnte Köln deutlich Boden gutmachen. Während im Land NRW die Zahl der Arbeitslosen im November 2016 gegenüber dem Vorjahresmonat um 15.811 Arbeitslose zurückging, betrug der Rückgang in Köln im gleichen Zeitraum 6,3 Prozent oder 3156.

Durch die anhaltend gute Entwicklung der beiden letzten Jahre erreicht die Arbeitslosigkeit in Köln den bisherigen Jahrestiefststand sowie die niedrigste Arbeitslosigkeit seit Oktober 2011. Dazu kommt, dass die Kölner Arbeitgeber weiterhin viele Arbeitsstellen anbieten. Seit Jahresbeginn waren das nahezu 33.000 Stellen, das sind zwölf Prozent mehr als im Vorjahr. Vor allem Fachkräften sind gefragt“, betonte Roswitha Stock, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Köln, in ihrer heutigen Stellungnahme.

Das macht sich auch am Verhältnis von freien Stellen und Arbeitslosen bemerkbar. Während in der Gruppe der Fachkräfte auf eine freie Stelle sechs Arbeitslose kommen, beträgt das Verhältnis bei Helferstellen 1 zu 20. „Nur wer eine qualifizierte Ausbildung hat, hat auch zukünftig gute Chancen. Der Arbeitsmarkt für Helferstellen geht immer weiter zurück“, so die Schlussfolgerung der Kölner Agenturchefin.

Arbeitsmarkt für Schwerbehinderte hat Entwicklungspotential

Bei aller Freude über den weiterhin robusten Arbeitsmarkt, einige Detailzahlen trüben die Einschätzung. So räumt auch Stock ein, dass die Integration älterer Arbeitsloser und Schwerbehinderter weiterhin schwerfällt. Vor allem bei der Gruppe der Schwerbehinderten sieht die Agenturchefin noch „Entwicklungspotential“, immerhin geht es hier um 2837 Arbeitssuchende. Über die Hälfte von ihnen sind gut ausgebildete Fachkräfte oder üben hochkomplexe Tätigkeiten als Spezialisten oder Experten aus. Gut qualifizierte Arbeitsuchende mit Behinderung sind in allen Berufsgruppen, auch in Engpassberufen, zu finden. „Hier möchten wir an die Arbeitgeber appellieren mehr auf die Qualifikation zu achten und nicht die Behinderung in den Fokus zu stellen. Dazu sind sie sehr motivierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die ihre Chance nutzen“, appellierte Stock.

Dazu findet noch in dieser Woche bundesweit die Woche der Menschen mit Behinderung statt. Die Agentur für Arbeit Köln veranstaltet am 7. Dezember den Runden Tisch Inklusion um mit Arbeitgebern und Bildungsträgern zu beraten, wie die Integration von Schwerbehinderten in Köln besser gelingen kann.

Weitere Zahlen zum Arbeitsmarkt

Mit einer Arbeitslosenquote von derzeit 8,3 Prozent nähert sich Köln zugleich weiter der landesweiten Quote an. Die liegt allerdings mit offiziellen 7,4 Prozent weiterhin ein gutes Stück unter der des Kölner Arbeitsmarktes. Dennoch konnte Köln in den vergangenen zwölf Monaten deutlich aufholen. Während in der Domstadt die Arbeitslosenquote gegenüber dem Vorjahresmonat um 0,6 Prozentpunkte zurückging, sank sie im Land NRW um lediglich 0,2.

Das Kundenzentrum der Agentur für Arbeit Köln, verantwortlich für den Bereich der Arbeitslosenversicherung (SGB III), betreute im November 10.686 Arbeitslose. Gegenüber dem Vormonat sind das 442 Personen oder vier Prozent weniger. Im Vorjahresvergleich sank die Arbeitslosigkeit um 318 oder 2,9 Prozent. Das Kölner Jobcenter, verantwortlich für die Grundsicherung nach dem zweiten Buch des Sozialgesetzbuchs (SGB II), zählt im November 36.500 Arbeitslose, 453 Personen oder 1,2 Prozent weniger als im Vormonat und 2838 Personen oder 7,2 Prozent weniger als vor einem Jahr.

Die sinkende Zahl der Arbeitslosen im Vormonatsvergleich ist in beiden Rechtskreisen zu beobachten. Bei der Entwicklung nach Personengruppen profitieren ausnahmslos alle Gruppen. Der stärkste prozentuale Rückgang im Vergleich zum Vormonat ist nach wie vor bei den Jüngeren bis unter 25 Jahren zu verzeichnen (-35; -4,4 Prozent); Frauen (-532; -2,4 Prozent) haben in diesem Monat mehr vom guten Arbeitsmarkt profitiert als Männer (-363; -1,4 Prozent), so ein weiteres Details der aktuellen Zahlen.

Die Zahl der arbeitslos gemeldeten Flüchtlinge stieg hingegen deutlich an, was aber nach den Zuwanderungszahlen in der zweiten Jahreshälfte 2015 nicht weiter verwundert, schließlich muss die Stadt derzeit rund 13.400 Flüchtlinge unterbringen. Derzeit sind bei der Arbeitsagentur 5890 als arbeitssuchend gemeldet. Gegenüber Oktober bedeutet das einen Anstieg um 441 oder 8,1 Prozent. In der offiziellen Statistik sind von diesen Personen aber weniger als die Hälfte auch tatsächlich arbeitslos, der Anstieg gegenüber Oktober 2016 lag bei 181 oder 7,5 Prozent. Der Anteil der Flüchtlinge an den Arbeitslosen stieg folgerichtig auf jetzt 6,7 Prozent.

Neben der offiziellen Arbeitslosenstatistik veröffentlicht die Kölner Arbeitsmarktbehörde auch solche zur so genannten Unterbeschäftigung. Zu den 47.186 kommen so noch einmal weitere 16.518 Personen hinzu, die sich in einer der zahlreichen arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen befinden. Hinzu kommen noch Personen in geförderter Selbstständigkeit und solche in Altersteilzeit. Mit 64.029 „Unterbeschäftigten“ lag diese Zahl um 340 oder 0,5 Prozent unter dem Vormonat, im Jahresvergleich um 1840 oder 2,8 Prozent. Die Quote sank in diesem Zeitraum von 11,4 auf elf Prozent.

Der Kölner Arbeitsmarkt ist zudem dynamisch. Im November registrierte die Behörde 3423 neue Arbeitslose, ein leichter Rückgang gegenüber Oktober, allerdings ein Anstieg gegenüber dem Vorjahr. Im bisherigen Gesamtjahr ging die Zahl der neuen Arbeitslosen (37.493) indes um 2,4 Prozent oder 921 zurück. Im aktuellen Monat konnten 2.972 Menschen ihre Arbeitslosigkeit durch die Aufnahme einer Arbeit beenden. Das sind 82 oder 2,7 Prozent weniger als im Oktober und 43 oder 1,4 Prozent weniger als vor einem Jahr. Insgesamt konnten im laufenden Jahr 31.725 Kölnerinnen und Kölner ihre Arbeitslosigkeit durch die Aufnahme einer Arbeit beenden. Das sind 281 oder 0,9 Prozent weniger als in 2015, so die Arbeitsagentur weiter.

Die Nachfrage nach Arbeitskräften bleibt im Spätherbst indes weiterhin hoch. Mit 9560 ging der November-Wert gegenüber dem Vormonat nur leicht zurück. Gegenüber dem Vorjahr suchten die Arbeitgeber über die Agentur indes 959 Stellen mehr, ein Anstieg um stolze 11,1 Prozent. Auch im Gesamtjahr 2016 fällt die Bilanz positiv aus, hier erhöhte sich die Zahl der insgesamt eingeworbenen offenen Stellen mit 32.661 sogar um 11,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

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