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Großdemo auf dem Kölner Heumarkt

DGB NRW solidarisiert sich mit Erziehern

11. Juni 2015 | 19:00 | red
Schon seit mehr als einer Woche streiken die Erzieherinnen und Erzieher, auch in Köln. Für morgen hat die Gewerkschaft Verdi zu einem Sternmarsch in die Innenstadt aufgerufen.  Bild: Köln Nachrichten

Der DGB NRW ruft zur Großdemo in die Kölner Innenstadt. Die Demo beginnt am Samstagvormittag auf der Deutzer Werft und endet auf dem Kölner Heumarkt. Bild: Archiv Köln Nachrichten

Die Dachorganisation der Gewerkschaften in Nordrhein-Westfalen, der DGB NRW, ruft zur Großdemo auf den Kölner Heumarkt. Die Protestkundgebung beginnt am Samstagvormittag um 11:15 Uhr auf der Deutzer Werft und zieht dann durch die Kölner Innenstadt auf den Heumarkt. Die Organisatoren rechnen mit rund 10.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern.

Aufwerten jetzt: Wir bleiben dran!“, so das Motto der samstäglichen Kundgebung. Hintergrund sind die in der Schlichtung befindlichen Verhandlungen zwischen der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi und der von ihnen vertretenen städtischen Bediensteten in den Sozial- und Erziehungsdiensten und die kommunalen Arbeitgeber auf der anderen Seiten.

Anfang Mai starteten die Bediensteten zu einem fast vierwöchigen Streik, an dessen vorläufigen Ende beide Verhandlungsführer sich auf ein Schlichtungsverfahren einigten. Seither gilt die so genannte „Friedenspflicht“, was die Vertreter der Arbeitnehmer aber nicht davon abhält, außerhalb ihrer Dienstzeiten in die Öffentlichkeit zu gehen. So war unter anderem am gestrigen Mittwoch auch wieder eine Mahnwache unter dem Büro des Oberbürgermeisters auf dem Alter Markt zu sehen, allerdings erst, als die meisten Gäste in der Außengastronomie bereits ihr Tagwerk abgeschlossen hatten.

Mit der geplanten Großdemo wollen sich auch die anderen Gewerkschaften solidarisch zeigen und gemeinsam für die Kernforderungen der betroffenen Berufsgruppen im kommunalen Dienst eintreten. Die Veranstaltung beginnt auf der Deutzer Werft um 11:15 Uhr. Danach geht es durch die Kölner Innenstadt auf den Heumarkt. Hier werden rund 10.000 Teilnehmer zur Abschlusskundgebung erwartet.

„Die Arbeit am Menschen muss aufgewertet werden. Seit Wochen kämpfen die Beschäftigten der sozialen und erzieherischen Berufe für die längst überfällige Anerkennung ihrer Arbeit. Am Samstag zeigen wir unsere Solidarität mit diesem Arbeitskampf. Wir wollen jetzt eine Aufwertung!“ betonte Andreas Meyer-Lauber, Vorsitzender des DGB NRW, im Vorfeld. „Wir zeigen auch in der Schlichtungsphase, dass die Forderung einer Aufwertung aller Berufe im Sozial- und Erziehungsdienst besteht. Nur so kann ein langwieriger Konflikt vermieden werden“, ergänzte ver.di-Landesleiterin Gabriele Schmidt. Hauptredner am kommenden Samstag wird Verdi-Bundesvorstandsmitglied Achim Meerkamp sein.

Neben dem Argument der Bezahlungsgerechtigkeit taucht inzwischen auch in der Gewerkschaftsargumentation immer häufiger das „Gender“-Argument auf. Gerade in den Sozial- und Erziehungsdiensten sind überproportional viele Frauen beschäftigt. Mit einer Aufwertung wird deshalb auch die regelmäßig kritisierte „gender gap“ in der Durchschnittsbezahlung deutscher Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer verringert.

Für die Kölnerinnen und Kölner bedeutet das eine für Stunden gesperrte Innenstadt. In der Zeit zwischen Abmarsch und Ankunft auf dem Heumarkt dürfte es eine Zeit dauern, bis die vielen Tausend Protestierenden ihren Zug über die Deutzer Brücke absolviert haben. Um 12 Uhr soll dann die eigentliche Kundgebung stattfinden, sie ist bis 14 Uhr angemeldet.

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