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Arbeitsmarktstatistik für den Oktober 2016

Weniger Arbeitslose im Herbst 2016

2. November 2016 | 10:15 | red
Bild: Köln Nachrichten

Die Arbeitslosigkeit in Köln ist im Oktober dieses Jahres weiter zurückgegangen. Der Kölner Arbeitsmarkt ist stabil. Bild: Archiv Köln Nachrichten

Die offizielle Zahl der Arbeitslosen in Köln ist im Monat Oktober 2016 gegenüber September um 600 Personen oder 1,2 Prozent zurückgegangen. Insgesamt sprechen die Verantwortlichen von einem „stabilen“ Arbeitsmarkt.

Wie die Kölner Arbeitsagentur am heutigen Mittwoch berichtete, betrug die Arbeitslosenquote im Oktober 2016 8,4 Prozent. Sowohl gegenüber dem Vormonat, als auch gegenüber dem Vorjahresmonat gab es ein Minuszeichen. So sank die Zahl der Arbeitslosen gegenüber Oktober 2015 sogar um 3591 Personen oder 6,9 Prozent.

Saisontypisch sank die Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vormonat. Dabei ist nicht nur die Entwicklung der Arbeitslosigkeit positiv. So konnten auch mehr Menschen ihre Arbeitslosigkeit durch die Aufnahme einer neuen Beschäftigung beenden. Der Arbeitsmarkt ist aber vor allem für Fachkräfte aufnahmefähig“, erklärte Dr. Uta Becher, Geschäftsführerin operativ der Agentur für Arbeit Köln.

Weitere Zahlen der Arbeitsmarktbehörde

Tatsächlich liegt einer der Schwerpunkte derzeit in der Akquise von Helferstellen, die für Arbeitslose ohne abgeschlossene Berufsausbildung geeignet sind. Auch bei Stellengesuchen für Fachkräfte prüft die Behörde, ob sich hier Möglichkeiten für „Ungelernte“ ergeben, sei es durch eine Qualifizierung oder eine Umschulung. Doch den Schlüssel haben auch die Arbeitssuchenden selbst. „Aber auch Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die in Beschäftigung stehen, können ihr Arbeitsmarktrisiko verringern. Wir bieten ausdrücklich den Unternehmen unsere Unterstützung an. Nach Absprache können auch Beschäftigte mit finanzieller Unterstützung der Arbeitsagentur gefördert werden,“ betonte Becher weiter.

Das Kundenzentrum der Agentur für Arbeit Köln, verantwortlich für den Bereich der Arbeitslosenversicherung (SGB III), betreute im Oktober 11.128 Arbeitslose. Gegenüber dem Vormonat sind das 82 Personen oder 0,7 Prozent weniger. Im Vorjahresvergleich sank die Arbeitslosigkeit um 340 oder drei Prozent. Das Kölner Jobcenter, verantwortlich für die Grundsicherung nach dem zweiten Buch des Sozialgesetzbuchs (SGB II), zählt im Oktober 36.953 Arbeitslose, 518 Personen oder 1,4 Prozent weniger als im Vormonat und 3251 Personen oder 8,1 Prozent weniger als vor einem Jahr.

Die sinkende Zahl der Arbeitslosen im Vormonatsvergleich ist in beiden Rechtskreisen zu beobachten, prozentual und in größerer Anzahl im Kölner Jobcenter. Der stärkste Rückgang im Vergleich zum Vormonat ist prozentual bei den Jüngeren bis unter 25 Jahren zu verzeichnen (-179; -5,5 Prozent); Männer haben in diesem Monat mehr vom guten Arbeitsmarkt profitiert (-414) als Frauen (-186).

Flüchtlinge und Unterbeschäftigung

Bei der Agentur für Arbeit Köln und dem Jobcenter Köln sind im Oktober 5447 geflüchtete Menschen (Personen im Kontext von Fluchtmigration) arbeitssuchend gemeldet, 307 oder sechs Prozent mehr als im September. Davon sind 2414 arbeitslos, 138 oder 6,1 Prozent mehr als im Vormonat. Die geflüchteten Menschen stellen somit in Köln 6,2 Prozent aller Arbeitsuchenden (Juli 2016: 5,2, August: 5,4 und September: 5,9 Prozent) sowie fünf Prozent der arbeitslosen Menschen (Juli 2016: 4,0, August: 4,2 und September: 4,7 Prozent). Unter den arbeitslosen geflüchteten Menschen befinden sich gut 800 Syrer, 476 Iraker und 259 Iraner.

Die Unterbeschäftigung – sie erfasst die Zahl der Kölner, die insgesamt eine Beschäftigung suchen, darunter viele Teilnehmer in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen – ist im Vergleich zum Vormonat und zum Vorjahr ebenfalls gesunken. Neben den statistisch ausgewiesenen 48.081 Arbeitslosen suchten im Oktober 15.891 Kölner eine Beschäftigung, während sie sich in einer Förderung befanden oder aus anderen Gründen dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung standen (Unterbeschäftigung im engeren und weiteren Sinne). Zählt man hierzu noch die Personen in geförderter Selbstständigkeit und Altersteilzeit hinzu, betrug die so genannte „Unterbeschäftigung“ (einschließlich der arbeitslos Gemeldeten, jedoch ohne Personen in Kurzarbeit) im Oktober insgesamt 64.298. Sie lag damit um 155 oder 0,2 Prozent unter dem September-Wert. Gegenüber Oktober 2015 sank die Unterbeschäftigung um 2029 oder 3,1 Prozent.

Die Unterbeschäftigungsquote lag im Oktober bei elf Prozent, nach 11,1 Prozent einen Monat zuvor. Im Oktober 2015 betrug diese Quote noch 11,5 Prozent. Der Anteil der Arbeitslosigkeit an der Unterbeschäftigung beträgt derzeit weniger als drei Viertel (74,8 Prozent). Im September betrug der Anteil der Arbeitslosen an der Unterbeschäftigung 75,5 Prozent, vor einem Jahr 77,9 Prozent.

Bewegung durch Entlassungen und Arbeitsaufnahmen

Auch im Oktober gab es Bewegung am Kölner Arbeitsmarkt. In diesem Zeitraum mussten sich 3551 Personen arbeitslos melden (Entlassungen). Das waren 254 oder 7,7 Prozent mehr als im Vormonat und 159 oder 4,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Insgesamt mussten sich in diesem Jahr 34.070 Personen arbeitslos melden, das sind allerdings 1041 oder drei Prozent weniger als im gleichen Zeitraum 2015.

Im aktuellen Monat konnten 3054 Menschen ihre Arbeitslosigkeit durch die Aufnahme einer Arbeit beenden. Das sind 116 oder 3,7 Prozent weniger als im September, aber 227 oder acht Prozent mehr als vor einem Jahr. Insgesamt konnten im laufenden Jahr 28.753 Kölnerinnen und Kölner ihre Arbeitslosigkeit durch die Aufnahme einer Arbeit beenden. Das sind 238 oder 0,8 Prozent weniger als in 2015, so die weiteren Zahlen der aktuellen Arbeitsmarktstatistik.

Die Zahl der offenen Stellen lag im Oktober mit 9.639 um 93 oder ein Prozent unter dem September-Wert. Gegenüber Oktober 2015 wird ein Plus von 797 Stellen oder neun Prozent verzeichnet. Seit Jahresbeginn konnte der Arbeitgeber-Service von Agentur für Arbeit und Jobcenter 29.553 Stellen einwerben. Das wiederum waren 3117 oder 11,8 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum 2015. Zu den meistgefragten Berufsbereichen gehörten Verkaufsberufe (939), Verkehr und Logistik (891) und Büroarbeitsplätze mit 763 Stellen.

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