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Tarifrunde in der Systemgastronomie

NGG fordert mehr Mindestlohn bei McDonald’s & Co.

6. Dezember 2016 | 10:00 | red
In der Systemgastronomie bahnt sich ein heißer Dezember an. Noch liegen die Tarifpartner weit auseinander.  Symbolbild: NGG

In der Systemgastronomie bahnt sich ein heißer Dezember an. Noch liegen die Tarifpartner weit auseinander. Symbolbild: NGG

Die Systemgastronomie steht im Ruf, ausgesprochen niedrige Löhne zu zahlen. Damit will die Branchengewerkschaft NGG (Nahrung-Genuss-Gaststätten) ein Ende machen und hat ein deutliches Lohn-Plus gefordert. Sollten die Arbeitgeber weiter mauern, verspricht die Gewerkschaft einen „heißen Advent“.

Wie die Kölner Branchengewerkschaft am heutigen Dienstag bekannt gab, sind die bisherigen Tarifverhandlungen für die Arbeitnehmervertretungen mehr als unbefriedigend. Wie die Gewerkschaft weiter mitteilte, haben sich die Arbeitgeber – zusammengeschlossen im Bundesverband der Systemgastronomie (BdS) – zuletzt dazu verpflichtet, den Beschäftigten 8,84 Euro pro Stunde Mindestlohn zu zahlen. Das ist deutlich weniger als von den Gewerkschaften gefordert.

Die Gewerkschaften sprechen nach der jüngsten Tarifrunde sogar von einer „Rolle Rückwärts“, die die Franchise-Unternehmen, zu denen neben den US-Marktführern auch Systemketten wie Nordsee und Vapiano angehören, zuletzt gemacht haben sollen. Für sie hatten die Arbeitgeber zuletzt einen Stundenlohn von 8,84 Euro in der ersten und 8,89 Euro in der zweiten Lohngruppe geboten, berichtet Mohamed Boudih von der NGG Köln. „Das ist ein Schlag ins Gesicht aller heimischen Beschäftigten. Denn schon per Gesetz würden sie letztlich dasselbe verdienen“, kommentierte Mohamed Boudig, Geschäftsführer der Kölner Branchengewerkschaft NGG.

Die NGG fordert ein Lohn-Plus von mindestens sechs Prozent. Die unterste Lohngruppe soll überproportional angehoben werden – „damit eine Neun vor dem Komma steht“, so Boudih. Außerdem sollen die Ausbildungsvergütungen auf 800 Euro im ersten, 900 Euro im zweiten und 1000 Euro im dritten Lehrjahr steigen. Die kräftige Lohnerhöhung zeige zudem, dass globale Marktführer den Mitarbeitern mehr Anerkennung zukommen lassen, und so auch den Unternehmenserfolg zu verstetigen.

Ein häufig gehörtes Argument sei die Wettbewerbssituation an den Standorten. Tatsächlich gibt es hier selbst in kleineren Großstädten gleich mehrere Filialen großer Systemgastronomen. Doch Boudih weiß aus Gesprächen, dass die Rückgänge bei den Umsätzen durch höhere Preise stillschweigend ausgeglichen wurden. „Die Beschäftigten müssen sich von ihrer Arbeit auch die Produkte leisten können, die sie Tag für Tag verkaufen“, forderte Boudih abschließend.

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