Werbung im Öffentlichen Raum

Guerilla-Marketing ist nicht immer ein ‚Kinderspiel‘

27. Januar 2016 | 18:00 | ehu
Auch wenn Sprühkreide vom Regen abgewaschen wird, erlaubt ist es nicht. Bild: ehu

Auch wenn Sprühkreide vom Regen abgewaschen wird, erlaubt ist es nicht. Bild: ehu

Immer wieder tauchen in den vergangenen Jahren vereinzelte Berichte über unerlaubte Werbepraktiken auf. Dazu gehört das Auftragen von farbigen Werbebotschaften auf öffentlichen Flächen, egal welcher Couleur. Auch in Köln ist diese Form des Guerilla-Marketings nicht erlaubt, wie ein aktuelles Beispiel aus Köln zeigt.

Brandneu“ ist die Heilpraktikerschule am Wilhelmplatz in Nippes. Sie verspricht ihren künftigen Schülern „die Vermittlung von schulmedizinischer Theorie und Praxis“, um damit die „Überprüfung durch das Gesundheitsamt mit Bravour zu absolvieren“. Aber schon vor der Eröffnung erhielt die Betreiberin einen Brief vom Ordnungsamt.

An fast einem Dutzend Stellen hatte die Schule zu Beginn dieser Woche mit Schablonen „künstlerisch“ (so in einem Brief an die Stadt) Werbung für das Institut auf die Fußgängerwege in der Nachbarschaft gesprüht. Das aber ist nach der geltenden „Kölner Stadtordnung“ verboten. Paragraf 3 wertet dies als „Verunreinigung und Verunstaltung öffentlicher Flächen“, je nach Schwere (etwa wie dauerhaft die Farbe ist) und bei Wiederholung gibt es dafür ein Bußgeld zwischen 35 und 1000 Euro. Zunächst erhielt die Schule eine Anweisung, die Werbung sofort zu beseitigen. Weitere Schritte werden geprüft.

Andrea Manca, Geschäftsführerin der Schule, zeigte sich keiner Schuld bewusst, bat in einem Schreiben die Stadt um „Kenntnisnahme“ der Aktion. Gegenüber Köln Nachrichten verglich sie die Aktion mit den Pflasterzeichnungen von Kindern. Es handele sich um leicht abwaschbare Kreide, die sich bei Regen von selbst entferne. Inzwischen hat die Schule aber reagiert: Sofort nach der Meldung des Ordnungsamtes wurden die Werbegraffiti beseitigt, was allerdings nicht in allen Fällen ganz komplett gelang.

Auch in anderen Kommunen gibt es immer wieder Fälle dieser oder ähnlicher Art, wie eine Recherche der Redaktion zeigt. In der Regel belassen es die Verantwortlichen mit der Aufforderung, die „Verunreinigung“ zu beheben und den Schaden damit zu beseitigen. So zeigen Fälle in Göttingen oder Essen, dass die Kommunen in der Regel sehr schnell tätig werden, denn so ohne Weiteres erlaubt ist diese Werbepraxis nirgendwo.

Ausnahmen lassen Kommunen nur unter besonderen Umständen zu, wie beispielsweise bei Großsportveranstaltungen und dann auch nur zur Orientierung. Aber selbst diese Markierungen müssen nach der Veranstaltung schnell wieder verschwinden.

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