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Startups in Köln – 5

Radbonus: Die Belohnung für’s Radeln

18. April 2016 | 16:00 | red
Nora Grazzini hat im vergangenen Jahr das Startup gegründet. Bild: Radbonus

Nora Grazzini hat im vergangenen Jahr das Startup gegründet. Bild: Radbonus

Die Geschäftsidee hat jede Menge Rückenwind. Davon ist Nora Grazzini überzeugt. Mit ihrem Startup Radbonus will sie zum Umstieg auf ein nachhaltigeres Verkehrsmittel beitragen. Mehr als 3000 nutzen bereits die App. Mehr als 230.000 Rad-Kilometer wurden bereits gesammelt.

Köln ist nicht überall fahrradfreundlich. Zwar hat die Millionenstadt am Rhein inzwischen auch einen Fahrradbeauftragten und jede Menge Geld in Haarnadeln („Fahrradabstellplätze“) und Farbe, ja sogar neue Radwegeverbindungen investiert. Dennoch liegt in der vormals „autogerechten Stadt“ für Radler noch Einiges im Argen. Das hindert viele Menschen aber nicht daran, selbst in die Pedale zu treten und so ganz nebenbei auch noch etwas für die eigene Gesundheit zu tun.

Radfahren war für die 35-jährige Unternehmensgründerin mit französischen Wurzeln und rheinischer Kindheit lange Zeit etwas, das sie seltener tat, als sie es eigentlich gewollt hätte. Erst durch ihren derzeitigen Freund wurde sie vor fünf 5 Jahren aufs Mountainbiking angefixt. Es folgten ausgedehnte Touren, auch durchs alpine Hochgebirge. „Herrlich diese Abgeschiedenheit. Man entdeckt sich neu“, schwärmt sie noch heute.

Zurück im Alltag tat sich ebenfalls einiges im Leben. Nach mehr als einem Jahrzehnt als Art Direktorin für digitale Dienste kam sie vor etwas mehr als eineinhalb Jahren zum Inkubator Startplatz. Dort nahm sie an einem so genannten „Startup Weekend“ teil, es war wie ein Neustart.

Ein Startup Weekend als Initialzündung

In diesem bereits europaweit in der Gründerszene fest etablierten Innovationsformat werden Designer, Programmierer und Menschen mit diversen Skills wie Jura, Marketing und Business für ein Wochenende zusammengebracht. In interdisziplinären Teams wird dann an den besten Geschäftsideen gearbeitet.

Grazzini fühlte sich wie neu geboren und blieb. Die ersten Monate war sie als Designerin am Startplatz in mehrere Projekte eingebunden. Doch auch die eigene Geschäftsidee reifte heran und Mitte 2015 ging ihr eigenes Startup an den Start. Die App – kostenlos für die gängigen Smartphone-Betriebssysteme zum Download bereit – misst bei eingeschaltetem GPS die Rad-Kilometer der Nutzerinnen und Nutzer und überträgt sie auf ein Konto, dass die Nutzer verwalten.

Marktreife und die Suche nach strategischen Partnern

Per App zur Belohnung. Das Startup Radbonus verbindet Radfahren mit einem Bonussystem. Bild: Radbonus

Per App zur Belohnung. Das Kölner Startup verbindet Radfahren mit einem Bonussystem. Bild: Radbonus

Dank der schnellen Verbreitung konnte Radbonus auch auf der anderen Seite Partner gewinnen. Inzwischen sind es 13, mit weiteren Interessenten in der Warteschleife. Derzeit läuft der Großteil des in der App integrierten Belohnungssystems über Shops und darin gewährte Rabatte. Aber auch Gutscheine, beispielsweise für Ortlieb, konnte sie bereits für ihr Startup begeistern.

Doch dabei soll es nicht bleiben. Derzeit ist Grazzini in Gesprächen mit einigen, möglicherweise strategischen Partnern. Denn neben der werbetreibenden Wirtschaft spielen auch andere Akteure mit, etwa Krankenkassen und darüber vermittelt auch größere Unternehmen bis hin zu Konzernen. Das Zauberwort hier lautet: „Betriebliches Gesundheitsmanagement“ und das Interesse ist da.

Die gerade bei „Mobilitätsdaten“ so wichtige Privatsphäre bleibt indes für die Nutzer der App gewahrt. „Wir können die Daten nicht bestimmten Leuten zuordnen, sie werden anonymisiert auf unsere Server gespielt“, beschreibt Grazzini die strengen, selbstgewährten Datenschutzstandards.

Von einer weiteren Idee musste sie zunächst abrücken. Denn der ursprüngliche Ansatz, dass Unternehmenskunden von Radbonus für gefahrene Kilometer direkt in die Radwegeinfrastruktur investieren können, scheitert erstmal an der Bürokratie und den mit ihr verbundenen, langen Entscheidungsprozeduren. Entmutigen lässt sich die Existenzgründerin davon nicht. Denn gerade mit den ersten wärmeren Tagen steigt der Radverkehr und das wird erstmal für viel Traffic sorgen.

Weitere Informationen zum Startup Radbonus finden sie unter: http://www.radbonus.com.

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