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Digitalisierung im Mittelstand

IfM sieht hohe Bereitschaft zum digitalen Wandel im Mittelstand

10. November 2016 | 12:00 | red
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Das Institut für Mittelstandsforschung sieht eine große Bereitschaft im Mittelstand zum digitalen Wandel. Es gibt aber auch viele „Herausforderungen“. Symbolbild: Archiv Köln Nachrichten

Das Institut für Mittelstandsforschung (IfM) in Bonn hat Befürchtungen widersprochen, der deutsche Mittelstand könnte beim digitalen Wandel im internationalen Vergleich zurückfallebn. Die Innovations- und Digitalisierungsbereitschaft im Mittelstand ist generell vorhanden, so das Fazit der Bonner Ökonomen.

Wie deren Verantwortliche am heutigen Donnerstag berichteten, kamen beim so genannten Round Table Mittelstand in der Bundeshauptstadt Berlin Vertreter des Bundesmninisteriums für Wirtschaft und Energie mit Wissenschaftlern verschiedener Forschungsinstitute, der KfW-Bankengruppe und Vertretern von Mittelstandsverbänden zusammen, um über die aktuelle Entwicklung zu referieren.

Die mittelständischen Unternehmen in Deutschland stehen vor der Herkules-Aufgabe, die Herausforderung der Digitalisierung anzunehmen und stetig neue Innovationen hervorzubringen, wenn sie auch in Zukunft im globalen Wettbewerb bestehen wollen. In ihrer Einführung in das Thema kritisierte Prof. Dr. Friederike Welter, dass bislang nicht-technologische Innovationen in den statistischen Daten über die Innovationsleistung von kleineren und mittleren Unternehmen (KMU) noch zu wenig Berücksichtigung fänden: „Dabei stellen diese beispielsweise eine wichtige Voraussetzung für die Umsetzung von Industrie 4.0 dar: Eine unternehmensinterne und -externe Vernetzung kann nur dann eine positive Wirkung entfalten, wenn sie auf flexibleren, weniger hierarchischen, dafür kooperativen Unternehmensstrukturen beruht“, so die amtierende IfM-Präsidentin.

Innovationskraft nicht so leicht messbar

Auch nach Ansicht von Dr. Jörg Thomä vom volkswirtschaftlichen Institut für Mittelstand und Handwerk an der Universität Göttingen, kann die Innovationsleistung der mittelständischen Unternehmen nicht an der Anzahl der konkreten Produkt- und Prozessentwicklungen alleine festgemacht werden. Eine spezifische Besonderheit des Mittelstands sei es vielmehr, dass insbesondere kleine und mittlere Unternehmen Produkt- und Prozessinnovationen ohne eigene Forschung und Entwicklung (FuE) hervorbrächten.

In diesen Segmenten stünden die KMU jedoch aktuell vor besonderen Herausforderungen, wie beispielsweise die sinkende Fachkräfteversorgung oder schwierige Finanzierungsbedingungen. Bei Innovationskooperationen innerhalb der Wertschöpfungskette können zudem beispielsweise Kommunikationsprobleme die Innovationsaktivitäten behindern, wie Wolfgang Dürig und Dr. Michael Rothgang (RWI) am Beispiel von Innovationsprozessen im automobilen Leichtbau herausgefunden haben.

Datensicherheit als kritisches Kriterium

Als weitere Herausforderungen für Mittelständler bei der Umsetzung von Industrie 4.0 nannte Annika Jochum vom Bundesverband Deutsche Industrie (BDI) außerdem die Datensicherheit sowie den Ausbau der digitalen Infrastruktur. Auch würde ihrer Ansicht nach der Mittelstand davon profitieren, wenn die Zusammenarbeit mit Startups gefördert werde. Eine Einschätzung, die auch Dr. Georg Metzger (KfW Research) teilt.

„Noch sehen viele Unternehmen bei Digitalisierungsvorhaben vor allem den Aufwand. Die Dringlichkeit zur Digitalisierung wird aber steigen dann werden die Unternehmen die Ausgaben als Investitionen in die eigene Wettbewerbsfähigkeit wahrnehmen und einen höheren Finanzierungsbedarf haben“, prophezeite der Wissenschaftler.

Matthias Machnig, Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, betonte in seinem Redebeitrag die Chancen des deutschen Mittelstands: „Zwar hat Deutschland noch deutlichen Nachholbedarf bei der Digitalisierung insbesondere im Mittelstand, braucht sich mit seinen traditionellen industriebezogenen Stärken aber auch nicht zu verstecken. Um uns in Deutschland an die Spitze der Entwicklung zu setzen und die Chancen der Digitalisierung bestmöglich zu nutzen, haben wir die Digitale Strategie 2025 vorgelegt, die einen politischen Rahmen in so wichtigen Bereichen wie Breitbandausbau, Datensicherheit, digitaler Bildung oder Innovationskraft bei digitalen Technologien entwirft. Die Einführung der steuerlichen FuE-Förderung würde hier einen kräftigen Impuls setzen“, so der Vertreter der Bundesregierung abschließend.

 

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