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Ministerpräsidentin Hannelore Kraft im Startplatz

Innovationsdruck und Know-how-Transfer im Startup-Ökosystem

12. August 2016 | 13:00 | red
Hannelore Kraft und Dr. Lorenz Gräf beim gestrigen Rundgang durch den Inkubator. Bild: Startplatz

Hannelore Kraft und Dr. Lorenz Gräf beim gestrigen Rundgang durch den Inkubator. Bild: Startplatz

Im Rahmen ihrer Sommertour war Ministerpräsidentin Hannelore Kraft am gestrigen Donnerstag in Köln. Am späten Nachmittag kehrte sie im Inkubator Startplatz am Mediapark ein und ließ sich Zeit, mehr als geplant.

Digitalisierung ist ein Megatrend und eine enorme Herausforderung, nicht nur für die Großkonzerne und Marktführer. Auch die Politik und ihre Verantwortlichen spüren den Veränderungsdruck. Grund genug für die amtierende NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft, sich in die „Höhle des Löwen“ zu wagen und mit dem Startplatz einen der Hotspots der jungen Startup-Szene von Köln zu wagen. Ein Besuch mit mehreren Aha-Effekten.

Schon der auf eine halbe Stunde angesetzte Rundgang durch die oberen beiden Etagen im Bürohaus Am Mediapark 5 dauerte deutlich länger als ursprünglich eingeplant. Immer wieder gab sich Kraft als interessierte Zuhörerin, stellte bisweilen sehr zielgenaue Fragen. Allerdings gab es auch kritische Punkte, an denen die Ministerpräsident selbst nachharkte und sich durchaus differenzierte Meinungen herauskristallisierten.

Als frühere wirtschaftspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion vor ihrer Wahl zur Ministerpräsidentin im Jahr 2010 zeigte Kraft, dass sie sich in vielen Wirtschaftsbereichen bestens auskennt. Bei einem Startup zum Thema Virtual Reality sprang die Politikerin an dem Punkt an, wo der Nutzen von VR-Technologien für die Prozessoptimierung von Industriebetrieben in den Fokus rückte. Auch komplexe Softwareanwendungen ließ sie sich geduldig erklären, um schon kurz danach in die Welt von Google- und Amazon-Advertising zu tauchen und sich anschließend bei den Gründern von mealmates und Bauerntüte neue Ideen zur gesunden Ernährung abzuholen.

Auch generelle Themen wie die gegenläufigen Ansprüche von Politik und Startup gerade im Bezug auf die Risikoaffinität kamen zur Sprache. Beim Besuch des international aufgestellten Startups Giantswarm ging es auch um die Untiefen staatlicher Bürokratien und gesetzlicher Regelungen und die dadurch möglichen Spannungen zwischen der bürokratischen Organisation täglicher Routinen und der Reise in die Zukunft. „Innovationsdruck und Know-how-Transfer“ machen es möglich, so die Antwort der digitalen Innovatoren. Das nahm die Ministerpräsidentin gerne auf.

Startups als Motoren des digitalen Wandels

Fünf Minuten hatten fünf Gründerinnen und Gründer Zeit, ihre Startups und die dahinter stehenden Geschäftsideen vorzustellen. Bild: Startplatz

Fünf Minuten hatten fünf Gründerinnen und Gründer Zeit, ihre Startups und die dahinter stehenden Geschäftsideen vorzustellen. Bild: Startplatz

Dieser Kerngedanke setzte sich auch in den daran anschließenden Präsentationen fort. Gleich fünf Gründerinnen und Gründer erhielten die Gelegenheit, ihre Geschäftsideen und die Genese der daraus entstandenen Unternehmen in einem Fünf-Minuten-Pitch vorzustellen. Mit dabei waren Wolfgang Lang, Erstinvestor und Geschäftsführer des Startups Crowdfox, Thomas Müller von curassist, Nora Grazzini von Radbonus, Steffen Wicker von Homeday sowie Joachim Lammert und Kilian Weber von Rateyourclub.

Das hohe Interesse der Regierungschefin des vom Struktuwandel besonders betroffenen Bundeslandes NRW hatte neben der Information über die Gründerszene aus erster Hand auch die Herangehensweise der Startups ihren Grund. „Mich hat besonders der Austausch der Gründer untereinander begeistert“, resümierte die Ministerpräsidentin nach den mehr als zwei Stunden im Startup-Ökosystem.

Der digitale Wandel als Megatrend und die Förderung digitaler Startups als Motor der Veränderung gehören zu Schwerpunkten ihrer Wirtschaftspolitik, legte Kraft nach. Und mit der Vergabe eines Digital Hubs nach Köln gehört auch die Domstadt zu den sechs digitalen Hotspots im Bindestrichland. Ihr Besuch im Kölner Mediapark dürfte die Entscheidung ihres Wirtschaftsministers bestätigt haben.

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